Sitio das Fontes - ein Ausflug
zur größten Karstquelle der Algarve
Online-Reiseführer Algarve
© Marlene Bunge-Kersten und Hans-Joachim Bunge
Sie erreichen unser Ausflugsziel über Estombar (Abfahrt von der EN-125 hinter Lagoa in westl. Richtung bzw hinter Portimao in östlicher Richtung).
Verlassen Sie den Ort in nördlicher Richtung und fahren Sie zu der ca 4 km entfernten größten Karstquelle des Landes, der Sitio das Fontes, einem kleinen Tal, das mit behutsamer Hand zu einem kleinen Freizeitgelände ausgebaut worden ist; sie finden dort neben einer alten Gezeitenmühle, ein Amphitheater, viele Picknickmöglichkleiten sowie einen Trimm-Dich-Pfad.
Wörtlich übersetzt heißt "Sitio das Fontes" Ort der Quellen. Hier
befindet sich die wohl größte Karstquelle der Algarve. An ca. 20 bis 30 Stellen
sprudelt das Wasser aus der Erde und fließt über den Arade ins Meer. Naturgemäß schwanken die zutage geförden Mengen je nach Jahreszeit, Schätzungen sprechen von 60 000 bis 112 OOO Kubikmetern pro
Tag.
Früher betrieb hier ein Müller eine Gezeitenmühle, wahrscheinlich bereits im
15.Jahrhundert, exakte Aufzeichnungen gibt es allerdings nicht. Bis Anfang der
neunziger Jahren "schlief" die Anlage vor sich hin und war dem Verfall
ausgesetzt. Mit Hilfe von EU-Geldern und unter der Federführung eines
Landschaftsarchitekten ist es gelungen, den "Ort der Quellen" zu
einem anziehenden Naturpark zu gestalten. Dabei ist man sehr behutsam
vorgegangen.
Die alte Gezeitenmühle wurde wieder aufgebaut,und zwar so, wie sie
ursprünglich war. Im Vorhaltebecken der Mühle kann gebadet werden, ein kleiner
Ponton dient als Sprungbett. Das Wasser in der "Badeanstalt" ist, anders
als im Atlantik, im Sommer sehr kalt und im Winter bis zu 20 Grad warm. Bevor
das feuchte Naß nämlich zutage tritt, durchfließt es im Winter das noch von der
Sommerhitze aufgewärmte Gestein und nimmt angenehme Badetemperaturen an. Im
Sommer tritt der umgekehrte Effekt ein, das im Winter abgekühlte Gestein führt
zur Badetemperatur von 15 Grad.
Der ausgedehnte Picknickplatz fügt sich gut in die Landschaft ein, ebenso wie
das kleine Amphitheater mit seinen Sitzplätzen aus alten Eisenbahnschwellen.
Ein Trimmdichpfad führt den Besucher durch den Naturpark (Start an der ersten
Einfahrt von Estombar kommend). Auch Sportmuffel sollten diesem Pfad folgen;
auf seinen Spuren kann man die Gegend gut erforschen und einen herrlichen
Spaziergang machen. Die Gegend ist ein Reservat für seltene Vögel (z.B.
Flamingos), auch wilde Blumen sind, besonders im Frühling, zu finden.
Das ganze Gebiet ist als ökologischer Freizeitpark konzipiert, es fehlen
deshalb außer der Beschilderung des Trimmdichpfades jegliche touristischen
Hinweise. Hin und wieder wird die Gezeitenmühle sonntags (nach dem Kirchgang) in Betrieb
genommen und kann dann auch besichtigt werden. Am 1.Mai eines jeden Jahres feiern die Einheimischen an den Quellen ein großes Fest. Den Sommer über finden im Amphiteather zahlreiche kulturelle Veranstaltungen
statt.
^
www.algarve-reisen.com - Impressum - e-mail
|